Vom Baum zum Begleiter – so entsteht Kork

Vom Baum zum Begleiter – so entsteht Kork

Dein Simaru Geldbeutel, Gürtel oder Rucksack aus Kork hat eine lange Reise hinter sich. Sie beginnt Jahrzehnte bevor du ihn in den Händen hältst – in den sonnigen Korkeichenwäldern Portugals. Kein Baum wird dafür gefällt, nichts wird verschwendet, und am Ende steht ein Material, das leicht, robust, wasserabweisend und 100 % vegan ist.

Komm mit auf die Reise – vom Setzling bis zu deinem Lieblingsstück.

Alte Korkeiche in Portugal
Der „Whistle Tree“ in Águas de Moura, Portugal – gepflanzt 1783 und bis heute Korklieferant.

1. Die Korkeiche wächst heran (Jahr 0–25)

Kork ist die Rinde der Korkeiche (Quercus suber). Sie wächst vor allem im westlichen Mittelmeerraum – in Portugal, Spanien und Marokko. Portugal ist mit Abstand das wichtigste Korkland der Welt. Unser Kork stammt aus dem Alentejo, einer weiten, sonnigen Region im Süden Portugals.

Eine Korkeiche braucht Geduld: Erst nach rund 25 Jahren ist sie zum ersten Mal „erntereif“. In Portugal ist das sogar gesetzlich geregelt – der Stamm muss in 1,30 m Höhe einen Umfang von mindestens 70 cm haben, bevor geschält werden darf. Korkeichen stehen dort seit Jahrhunderten unter besonderem Schutz.

2. Die erste Ernte: Jungfernkork

Die allererste Rinde nennt man Jungfernkork. Sie ist grob, rissig und unregelmäßig – für Modeartikel oder Flaschenkorken noch nicht geeignet. Verloren ist sie trotzdem nicht: Sie wird zu Granulat verarbeitet und z. B. für Dämmstoffe oder Bodenbeläge verwendet.

Nach weiteren 9 Jahren folgt die zweite Ernte, der sogenannte Sekundärkork. Erst ab der dritten Schälung – also wenn der Baum rund 40 Jahre alt ist – liefert die Korkeiche den gleichmäßigen, hochwertigen Kork, den man Amadia nennt.

3. Die Ernte: echte Handarbeit im Hochsommer

Geschälte Korkeiche mit Simaru Korkgeldbeutel
Frisch geschälte Korkeiche – die Rinde wächst vollständig nach.

Geerntet wird nur zwischen Mai/Juni und August. In dieser Zeit ist der Baum im vollen Wachstum und die Rinde löst sich am leichtesten vom Stamm. Erfahrene Schäler ritzen die Rinde mit einer speziellen Axt ein und hebeln sie in großen, gebogenen Platten ab. Die Kunst dabei: Die darunterliegende lebende Schicht (das Kambium) darf nicht verletzt werden – nur so kann der Baum seine Rinde wieder nachbilden.

Bei Temperaturen von teils über 40 Grad und ständiger Waldbrandgefahr ist das ein echter Knochenjob, der viel Kraft und jahrelange Erfahrung erfordert. Maschinen können diese Arbeit bis heute nicht ersetzen.

Nach der Ernte wird die letzte Ziffer des Erntejahres mit weißer Farbe auf den Stamm gemalt. So wissen alle, wann dieser Baum wieder geschält werden darf.

4. Der Baum erholt sich – und erntet wieder (alle 9–10 Jahre)

Die Korkeiche wird beim Schälen nicht gefällt und nicht beschädigt. Im Gegenteil: Sie bildet ihre Rinde komplett neu. Frühestens nach 9 Jahren darf erneut geerntet werden. Da eine Korkeiche über 200 Jahre alt werden kann, wird sie in ihrem Leben bis zu 16-mal geschält.

Weil der Baum nach jeder Ernte neue Rinde aufbaut, bindet er dabei fortlaufend CO₂. Ein bewirtschafteter Korkeichenwald ist deshalb ein echter Klimaschützer.

5. Lagern & Trocknen (ca. 6 Monate)

Die frisch geernteten Korkplatten werden zu großen Stapeln aufgeschichtet und lagern rund ein halbes Jahr unter freiem Himmel. In dieser Zeit trocknet der Kork, die Platten stabilisieren sich und das Material „reift“ – ganz natürlich durch Sonne, Wind und Regen.

6. Kochen & Ruhen

Anschließend werden die Platten etwa eine Stunde lang in sauberem, heißem Wasser gekocht. Das reinigt den Kork, entfernt wasserlösliche Stoffe und macht ihn weicher und elastischer. Die gewölbten Platten werden dabei flach, und der Kork dehnt sich aus – seine Zellstruktur wird gleichmäßiger.

Danach ruhen die Platten noch einmal einige Wochen, bis sie die ideale Feuchtigkeit für die Weiterverarbeitung erreicht haben.

7. Sortieren nach Qualität

Jetzt wird jede Platte begutachtet – nach Dicke, Porosität, Dichte und Optik. Die besten und dicksten Stücke werden zu Flaschenkorken gestanzt. Andere Qualitäten eignen sich perfekt für Korkstoff, Bodenbeläge oder Dämmmaterial. Reste und Stanzabfälle werden zu Granulat zermahlen, und selbst der feine Korkstaub wird noch als Energiequelle genutzt. Beim Kork wird praktisch nichts verschwendet.

8. Aus Rinde wird Stoff: die Herstellung von Korkstoff

Für Modeartikel wie Geldbeutel, Gürtel oder Taschen wird der Kork zunächst zu kompakten Blöcken gepresst. Aus diesen Blöcken werden hauchdünne Scheiben geschnitten – oft weniger als einen Millimeter dick. Diese feinen Korkschichten werden anschließend auf ein Trägergewebe aufgebracht.

Das Ergebnis ist ein flexibler, reißfester Korkstoff, der sich nähen und verarbeiten lässt wie Leder – nur eben pflanzlich. Jede Korkfläche hat dabei ihre eigene, natürliche Maserung. Darum ist jedes Simaru Produkt ein kleines Unikat.

9. Dein Simaru Produkt entsteht

Aus dem fertigen Korkstoff werden unsere Produkte zugeschnitten, genäht und veredelt – sorgfältig, in Europa und zum Großteil erst dann, wenn du bestellst. So vermeiden wir Überproduktion und halten die Lieferwege kurz. Auf Wunsch bekommt dein Stück zum Schluss noch eine persönliche Gravur.

Und dann beginnt der schönste Teil der Reise: Dein Korkprodukt begleitet dich viele Jahre im Alltag. Mit der richtigen Pflege bleibt es lange schön – und am Ende seines Lebens ist Kork biologisch abbaubar.

Mehr als ein Material: der Korkeichenwald

Allein in Portugal wachsen Korkeichenwälder auf weit über 700.000 Hektar – das ist fast die dreifache Fläche des Saarlandes. Diese Wälder, in Portugal „Montado“ genannt, zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Hier leben seltene Tiere wie der vom Aussterben bedrohte Iberische Luchs oder der Spanische Kaiseradler. Die Wälder schützen den Boden vor Erosion und bremsen die Ausbreitung der Wüste im Süden der Iberischen Halbinsel. Und weil sich die Korkernte lohnt, werden diese Wälder gepflegt und erhalten. Wer Kork kauft, hilft also aktiv mit, diese einzigartige Landschaft zu bewahren.

Kork – ein wahres Naturwunder

Als natürlicher, nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff hat Kork erstaunliche Eigenschaften: Er ist extrem leicht, elastisch, wasserabweisend, hitzebeständig, reißfest und ein hervorragender Isolator. Deshalb ist er nicht nur in der Weinindustrie und im Bau gefragt, sondern auch in der Mode – als langlebige, vegane Alternative zu Leder. Und durch immer neue Verarbeitungstechniken sind längst noch nicht alle Einsatzmöglichkeiten entdeckt. Kork – ein Material ohne Grenzen!

Die Reise auf einen Blick

  • Jahr 0–25: Die Korkeiche wächst heran
  • Jahr ~25: Erste Ernte – Jungfernkork
  • Jahr ~34: Zweite Ernte – Sekundärkork
  • Ab Jahr ~43: Hochwertiger Amadia-Kork, danach alle 9–10 Jahre
  • Nach der Ernte: ca. 6 Monate lagern, kochen, ruhen, sortieren
  • Verarbeitung: pressen, in dünne Schichten schneiden, auf Trägerstoff bringen
  • Bei Simaru: zuschneiden, nähen, veredeln – für dich

Wie du dein Korkprodukt richtig pflegst, zeigen wir dir in unserer Korkpflege-Anleitung.

Entdecke unsere Korkprodukte

Geldbörse aus Kork von Simaru Gürtel aus Kork für Damen & Herren Rucksack aus Kork

Kork – gewachsen in Jahrzehnten, gemacht für Jahre.